Innenarchitektur Wien

Personalisierte Kochstation

vom unterschätzten Wert der Tischlerküche.

„Ihr Tischler machts persönlich!“ oder „Ihre Küche nach Maß!“ – wie oft haben uns solche Claims aus Hochglanzprospekten oder Radiospots zugerufen und gehofft, sie wären das Richtige für uns. Hängengeblieben sind neben der versprochenen Passgenauigkeit vor allem ein Image und eine Ästhetik, die besser in den Musikantenstadel passen als in unser Bild vom zeitgemäßen Wohnen.

Doch Tischler können mehr als Massivholz, gebeizte Eiche und Landhausoptik – sie sind passionierte Handwerker, perfekte Umsetzer und Menschen mit viel Gespür für Materialien, Oberflächen und Technik. Wie wir selbst haben sie ein Faible für präzise Verarbeitung, exakte Montage, Leichtgängigkeit und gefinkelte Mechanismen, die das Klappen, Rollen, Schieben und Schließen von Türen, Laden und Auszügen beinahe wissenschaftlich betrachten. Schließlich gibt es auch unter den Beschlägen, Scharnieren und Einzügen eine „Maserati-Version“, die an James Bond denken läßt.

Gerade die Küche ist ein Ort, an dem sich das gebündelte Tischler Know-how perfekt entfalten kann. Denn Küchen sind jene Möbel, bei denen Optik und Funktion am stärksten zusammenspielen. Von einem ultraschicken Space-Objekt, das beim ersten Frühstücksei Design-Konkurs anmelden muss hat niemand etwas. Doch wer sagt, dass Funktion und Praktikabilität nicht mit Coolness einhergehen können?

Unsere Küchen geben sich auf den ersten Blick recht unspektakulär. Wie selbstverständlich fügen sie sich meist ins innenarchitektonische Raumgefüge – als massive Kuben, die Funktion und Krimskrams elegant in sich verbergen; mit Oberflächen und Farbschattierungen, die den Gesamtlook komplettieren; als perfekt ausgestattete Kochstationen, die jeden Foodie zum Jubeln bringen; und als Ort, der sich ganz natürlich zum Zentrum des Familienlebens entwickelt. Viel Lärm um nichts war noch nie unsere Devise.

08.01.2020